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Der Friedfertige Landbau - Gegenpol zur ausbeu- terischen Landwirtschaft:

"Anbau in Dreifelderwirtschaft, ohne Chemie, ohne Mist und Gülle, ohne Nutztierhaltung - wir genmanipulieren nicht" - so arbeiten einige Landwirte im Spessart seit über 25 Jahren im Friedfertigen Landbau. Diese revolutionäre Anbauweise, die in ihrem konsequent friedfertigen Umgang mit Natur und Tieren und einer gesunden Lebensmittelherstellung einem urchristlichen Grundsatz folgt: "Üb' immer Treu' und Redlichkeit." Der Friedfertige Landbau ist zu einer Qualitätsgarantie geworden, einem Markenzeichen, das über die üblichen Biosiegel weit hinausgeht. Wie weit die Qualitätskluft im Lebensmittelbereich auseinanderdriftet, zeigen einige aktuelle erschreckende Fakten, die das Wissenschaftsmagazin "Welt der Wunder" in dem Artikel "Wie giftig ist unser Essen wirklich?" (Ausg. 5/2008) zusammengestellt hat. Wer bisher der Ansicht war: "Naja, ein bisschen Spritzen kann doch nicht so schädlich sein", wird hier eines Besseren belehrt. Von "ein bisschen" kann gar keine Rede sein - wie gefährlich Pestizide sein können, das zeigen aktuelle Zahlen und Fakten.

 

Fakten zur weltweiten Pestizid-Belastung von Lebensmitteln

Das Wissenschaftsmagazin "Welt der Wunder" 5/08 schrieb in dem Artikel "Wie giftig ist unser Essen wirklich?" folgendes:

  • "168 Pestizide, die in der EU gesetzlich erlaubt sind, sind erwiesenermaßen krebserregend, giftig und/oder verändern das menschliche Erbgut."
  • "40.000 Tonnen Planzenschutzmittel werden jährlich in Deutschland versprüht. Kostenpunkt: mehr als eine Milliarde Euro."
  • Erschreckend: Kein Labor sei, so das Wissenschaftsmagazin "Welt der Wunder", in der Lage, eingereichte Proben auf alle existierenden Pflanzenschutzmittel zu untersuchen, unter anderem deshalb, weil überhaupt nicht bekannt sei, wie viele chemische Mittel weltweit zum Einsatz kämen.
  • Auch Gentechnik auf den Ackern schreitet in riesen Schritten voran: "150 Millionen Hektar weltweit sind mit gentechnisch verändertem Bt-Mais bepflanzt, Tendenz steigend. Dieser Gen-Mais produziert ein hochwirksames Insektizid, das auch Nutzinsekten schadet. Die Wirkung auf Säugetiere und Menschen ist bis heute nicht eindeutig erforscht", schreibt "Welt der Wunder".
  • Ein Angriff auf die Gesundheit des Menschen? Wie mehr und mehr bekannt wird, sind die wichtigsten Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis, Mais, Kartoffeln sowie sämtliche Obst- und Gemüsesorten mehr oder weniger mit schädlichen Stoffen belastet: "Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat 17.535 Proben aus aller Welt auf 717 Pflanzenschutzmittel untersucht. Beinahe jedes davon konnte tatsächlich nachgewiesen werden!", heißt es in dem Artikel. Dabei gilt fast die Hälfte der eingesetzten Pestizide als "besonders gefährlich", wie zum Beispiel Ipfodion: Das Antipilzmittel wurde in hohen Dosen auf verschiedenen Obstsorten und auch auf Salaten gefunden. In der Fachliteratur kann man nachlesen, dass dieser Stoff als krebserregend eingestuft wird. Und dennoch wird es verwendet - auch in Deutschland.

Der Alternative: Der Friedfertige Landbau

Friedfertiger Umgang mit Natur und Tieren

Der Friedfertigen Landbau im Spessart zeigt, dass Landwirtschaft auch ohne schädliche Pestizide und ohne den umstrittenen Mist' und Gülleeinsatz möglich ist. Der Friedfertige Landbau ist eine Anbauform, die auf die urchristliche Ethik zurückgeht und die Einheit von Mensch, Boden, Natur und Tieren anstrebt: Stets steht das Wohl der Natur und der Tiere im Vordergrund, nicht der Profit.

Pestizidverseuchung in Europa

Zwar werden die meisten direkten Vergiftungen und Todesfälle durch Pflanzenschutzmittel in den Schwellen- und Entwicklungsländern nachgewiesen - doch sind die Wirkungen des Giftcocktails auch bei uns spürbar:

  • Derzeit wird die Anzahl der Menschen mit Allergien in Deutschland auf 25 Millionen geschätzt.
  • Allein in Europa geht man davon aus, dass etwa 15 Prozent aller Paare unfruchtbar sind.
  • Zwar sind einige hochgiftige Pestizide in Deutschland verboten, doch "mehr als 80 Prozent des in Deutschland verkauften Obstes und Gemüses werden importiert", sagt der Präsident des Deutschen Fruchthandelsverbandes Boruszewski am 8.2.2008 gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Und selbst wenn man nur auf heimische Früchte setzt: Viele Gifte halten sich so lange im Boden, dass sie auch Jahre nach einem Verbot Schaden anrichten können. Fleisch weist von allen "Lebensmitteln" die höchste Pestizidbelastung auf!
  • "90 Prozent der Dioxinbelastung des Menschen gehen auf Lebensmittel zurück, zu 4/5 stammt das Gift aus Fleisch, Milchprodukten und Eiern. Ausgangspunkt der Belastung ist das Tierfutter", schreibt "Welt der Wunder" in dem Artikel "Wie giftig ist unser Essen wirklich?" und spricht damit einen zentralen Punkt an: den Fleischkonsum.
  • Im Soja-Gürtel von Argentinien werden beispielsweise 90 Prozent der Ernte exportiert, auch nach Eruopa. Für einen Durchschnittsdeutschen, der pro Jahr über 60 Kilo Fleisch verzehrt, müssen Futtermittel auf einer Fläche von zehn Millionen Hektar Land angebaut werden - eine Fläche, die etwa so groß ist wie ein Drittel unseres Landes. Weil das hierzulande vom Flächenbedarf her nicht machbar ist, werden die Futtermittel eben importiert - inklusive der enthaltenen Pflanzenschutzmittel!
  • Dr. Charles Warfield, Mitherausgeber  eines  WHO-Berichts  über Pestizide,  sagte:  "Jedem sollte klar sein, dass der Mensch das absolute Ende der Nahrungskette darstellt. Deshalb landet selbst ein Herbizid, das irgendwo in Australien auf irgendeinem Getreidefeld gespritzt wird, auf Umwegen immer in unserem Körper."

Die Alternative: Der Friedfertige Landbau

Anbau ohne Chemie

"Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu." Dieser Leitgedanke aus der Bergpredigt des Jesus von Nazareth gilt im Friedfertigen Landbau auch für die Natur und die Tiere: "Wie möchte ich behandelt werden? - So möchten auch die Pflanzen und Tiere behandelt werden. Was braucht das Feld? Wie geht es der Pflanze?" Dazu gehört für den Landwirt, Müller, Bäcker auch: "Ich selbst möchte gesund bleiben - also biete ich auch meinen Kunden gesunde Nahrung an." So ist ein Anbau ohne Chemie die logische Konsequenz einer friedfertigen Philosophie. Pflanzenschutz heißt im Friedfertigen Landbau: die Pflanzen stärken, z.B. mit Urgesteinsmehl, Grünschnitt und eigens angesetztem Brottrunk. Denn gesunde Pflanzen haben natürliche Widerstandskräfte.

 

Dreifelderwirtschaft 

Um die Böden auf natürliche Weise zu stärken, darf im Friedfertigen Landbau das Feld in jedem dritten Jahr ruhen und regenerieren. Die unzähligen "Mitarbeiter" im Boden, die Mikroorganismen und Kleinstlebewesen, arbeiten in dieser Zeit Gründüngung ein, setzen Naturstoffe um und bereiten den Boden für eine neue Wachstumsphase auf. Warurr die Landwirte somit freiwillig auf ein Drittel der Ernte verzichten? "Auf gesunden Böden wachsen gesunde Früchte!"

 

Ohne Nutztierhaltung

Als Konsequenz einer friedfertigen und achtungsvollen Einstellung dem Leben gegenüber kennt der Friedfertige Landbau keine Nutztierhaltung. Keine Tiere werden in engen Ställen gehalten, geschlachtet oder aufgegessen. Sie leben mit den Menschen, als deren Freunde, bis an ihr natürliches Ende.

Gülle - Ein "Industrieabfall"

  • Neben dem Giftcocktail der Pestizide ist auch die Gülledüngung ein wesentlicher Beitrag zur Belastung der Böden, Pflanzen und somit auch des Menschen: "In modernen Mastbetrieben ist der Produktionsprozess so effizient, dass Jauche als hochkonzentrierter Industrieabfall anfällt", wird John Lambert aus North Carolina, Maisfarmer im Ruhestand, in "Welt der Wunder" 2/2008 zitiert. "Wer damit düngt, geht in den Knast." Als vor 10 Jahren der Damm eines Güllebeckens brach und alles in den New River und von dort in den Atlantik floss, sei dies die größte Umweltkatastrohpe in der Geschichte der Vereinigten Staaten gewesen, doppelt so schlimm wie der Untergang des Öltankers "Exxon Valdez", berichtet der Landwirt.
  • Kritisch bei der Gülledüngung sind unter anderem die enthaltenen Antibiotika, die beim Menschen Antibiotika-Resistenzen auslösen können. Das bedeutet, dass im Falle einer schlimmen Krankheit das Antibiotikum als Medikament nicht mehr anschlägt, sondern wirkungslos bleibt. 50 Prozent der Weltproduktion an Antibiotika wird in der Massentierhaltung verwendet - die mit der Gülle auf den Feldern, in den Böden, im Grundwasser landet.
  • Anders als in den USA, wo Antibiotika als Wachstumsförderer eingesetzt werden, sind diese Antibiotika in der EU seit 2006 als Futtermittelzusatz verboten. Als Futtermittelzusatz wohlgemerkt - nicht jedoch als Medikament in den Mastbetrieben. Wer die Massentierhaltung kennt, weiß, wie sehr sie das Immunsystem der Tiere schwächt, so dass die Tiere für Krankheiten sehr anfällig sind. Zeigen Schweine oder Rinder Anzeichen von Krankheiten, werden diese selbstverständlich mit Antibiotika behandelt - und zur Vorbeugung meist gleich die gesamte Herde.

Die Alternative: Der Friedfertige Landbau

Ohne Mist und Gülle

Wo es keine Massentierhaltung gibt, fallen auch keine Abfall-Fäkalien an, die kostengünstig entsorgt werden müssen. So kennt der Friedfertige Landbau keine Mist- und Gülledüngung. Doch auch aus anderen Gründen wird den Pflanzen die Jauche-Dusche erspart: Sie werden nicht zu unnatürlichem Wachstum gezwungen, die Bodenlebewesen können gedeihen, und das Erdreich kann atmen. Auf solchen chemie- und güllefreien Feldern siedeln sich auch wieder frei lebende Tiere an, die in der herkömmlichen Landwirtschaft kaum noch zu sehen sind: Feldhasen, Rehe, Rebhühner, Wachteln und eine große Anzahl zwitschernder Vögel - das Leben kehrt zurück!

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